Geschlechterrollen, Gesellschaft

Machtkämpfe mit dem Nachwuchs und Klischees. Ein Kommentar

Machtkämpfe mit dem Nachwuchs und Klischees. Ein Kommentar

Machtkämpfe, Willen durchsetzten sind wichtige Themen. Und hier im Blog Wunderbare Kinder unter dem Beitrag Der will ja nur seinen Willen durchsetzen… unfangreich aufbereitet. Gefällt mir. Ja, man muss klar und eindeutig sein. Immer. Und Kinder “gucken sich” nicht nur viel von... mehr

Männerspielsachen

Tags: , , | Vom 2. Februar 2010 | Autor: Papa la Papi | Thema: Geschlechterrollen, Gesellschaft

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Ich habe von Experimenten gelesen, in denen männliche Schimpasen eher zu knallroten Rolldingern (also Autos) langten, als zu irgen deinem anderen Spielzeug. Es scheint also genetisch bedingt zu sein, dass der männliche Nachwuchs im Gegensatz zum weiblichen “technische” Spielsachen bevorzugt. Davon leben in unseren Zeiten ganze Industrien – Apple zum Beispiel.

Ich komme auf dieses Thema, da mit dem “iPad” mal wieder etwas die Bühne der (technisierten) Welt betrat, das kein Mensch braucht. Eigentlich haben die Menschen ganz andere Sorgen, doch es muss ja irgendwie weitergehen, es muss Geld verdient werden, gearbeitet werden, an was auch immer. Wobei das Buch schon vor 10 Jahren totgesagt wurde, aber trotzdem immer mehr davon verkauft werden.

Als erste stürzen sich immer die Kerle auf diese Dinger, heißen sie nun iPad, -Pod, -Phone oder -Mac, sei es ein Handy, Auto oder Raumschiff, eine Konsole, ein Fernseher mit flüssigem Kristall. Ich weiß nicht, wie das ganz Zeug sonst noch heißt. Und es könnten auch Autos sein, BMW, Audi, Toyota – es sind alles irgendwie Männerspielsachen. Und so unwichtig zum Leben und Überleben, dass es manchmal weh tut, mit was für blödsinnigen Zeugs viele Menschen ihre Zeit zu verbringen.

Zeit, die man mit seiner Familie, seinen Kindern, seinen alten Herrschaften, der einsamen Oma gegenüber, dem Obdachlosen vor dem Supermarkt oder mit interessanten Menschen verbringen kann. Aber damit kann man natürlich nichts verdienen, das ist keine Zeitungsmeldung wert, keinen Artikel, es hat keinen Aufmachen, lässt sich nicht googeln …

So muss es in vorgeschichtlichen Zeiten gewesen sein, als man mit Fundstücken, selbst gefertigten Werkzeugen oder Schmuck, mit neuen Fernwaffen oder anderem praktischem Zeugs bei seinen Stammeskollegen angeben konnte (wegen der Frauen natürlich) und die rückständigen Artgenossen von der Nachbarsippe im übernächsten Tal tief beeindrucken konnte (und damit einen Vorteil bei der Nahrungsbeschaffung bekam).

Und was ist aus diesem einst stolzen und unbesiegbaren Wesen geworden? Ein Instrument der Marketingstrategen, ein iPhone-Besitzer, ein Golf-Fahrer und DJ.

Männermagazine – Lifestyle & Titten, Waschbrettbauch & Karrierearsch

Tags: , | Vom 21. Dezember 2009 | Autor: Papa la Papi | Thema: Männer

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Frauenzeitschriften gibt es wie Sand am Heu. Aber wie sieht es mit Männermagazinen aus? Welche Themen behandeln sie? Gibt es neben Playboy und Men’s Health noch irgendetwas von Belang? Gibt es vielleicht eine Männerzeitschrift, die dem Geschlecht in seiner Vielfalt auch nur annährend gerecht wird? Oder sind Männermagazine gleich Nachrichtenmagazine, weil in deren Redaktionen irgendwie auch der Mann zu Hause ist? Fragen über Fragen beim Thema Mann & Magazin.

Wenn der Blick in einem Bahnhofskiosk über die Regale mit gigantischen Menschen an Printmedien und Publikationen streift, fällt ihm ein Ressort besonders ins Auge: Frauenheft und -Magazine. Denn dieses Metier nimmt mindestens zwei ganze Regale in Anspruch, reicht von der Häkelpost und Promiklatsch, bis zur Fernsehzeitung und der Emma, von Brautmoden über Schwangerschaftsheften bis hin zum Flagschiff der Frauenmagazin – der Brigitte.

Sucht man nach einem vergleichbaren Augenfang, bleibt der Blick an Nacktbildern, an Busenbrüsten und Tittenärschen hängen. Es sind zwar auch irgendwie Frauenheft nur umgekehrt. Es ist scheinbar das, was das Männerherz sehen will: Bumsmamsells.

Geht es nur so? Als Macho? Nur im Bezug auf attraktive Weibsbilder (die sich oft genug abhängig von der Bewunderung und des Begehrens der Männer machen und daraus Bestätigung und Identität beziehen)?

Rogue January 1962Rogue, January 1962

Doch nein, halt, es gibt noch eine Abteilung die durch tendenziell seriöse Publikationen ins Auge sticht. Playboy, damit fängt es an, mit Men´s Healtsch (natürlich in Deutsch) und dem angebappten Six-Pack-Ratgeber geht es weiter, bei Matador und FHM hört es aber auch schon wieder auf. Eine Wüstenei. Ein erschütterndes Ergebnis von Flachthemen und Oberflächlichkeit die diese Heft in der Regel bieten, dass einem Kerl ganz anderes werden könnte. Selbst in der Hobby-Ecke, bei den Auto-Zeitschriften und Schießgewehrheften findet wir mehr Tiefsinn, als in dem Pseudo-Mannsbildern auf den Titelseiten der sogenannten Männermagazine.

Woran liegt das? Ist es wirklich so schlecht bestellt um die Männer? Sind es die Verlage, die seit eh und je gutes Geld verdienen mit der Maxime: Give them what they want? Oder interessiert es die Kerle einfach nicht, wer sie sind, wie sie zu dem geworden sind, der sie nun einmal sind, was wirklich in ihnen steckt, was es ausmacht ein Mann zu sein, ein Vater, ein Mensch? Oder handeln das die “normalen” Zeitschriften in ihren vielen Meldungen und Artikeln nebenher so ab?

Am Tiefpunkt des Männer-Images arbeitet weiterhin fieberhaft der Gruner + Jahr Verlag, der sich ganz offenbar satte Gewinne aus der Oberflächlichkeit der Menschen verspricht. Bei dem neuen “Business-Lifestyle-Magazin für Männer” Business Punk, dreht sich mir der Magen um. Seit Sasha Lobo ist es offenbar en vogue von Punker in Geschäftshosen zu sprechen. Sehr männlich. Nur hat kaum ein Business Punk je über Mannsein nachgedacht.

Das toppt der Hamburger Verlag jedoch mit BEEF – Magazin für Männer mit Geschmack. Glücklicherweise erscheint das nächste Fleisch-Heft erst im nächsten Frühjahr. Männer = Steaks. Punkt. Es ist ein solch gottverdammtes Trauerspiel an dieser Stelle, das es gar nicht so viele Rinder im ehemaligen Brasilianischen Urlaub gibt, die man fressen müsste, um so viel kotzen zu können, wie man möchte.

Doch es gibt natürlich auch viele “andere” Männer, Männer, die etwas anderes wollen. Und die längst ein eigenes Magazin verdient hätten, ein E-Mannzipatorisches Monatsheft, das uns als liebende Menschen, als Väter und Partner der Frauen gerecht wird.

Fotos: TheeErin – Erin! (Rhymes with nervous), Uh … Bob