Familie, Medizin

Vaterglück

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Ersteres wird gern geübt, weil es allgemein beliebt. Selbst der Lasterhafte zeigt, dass er gar nicht abgeneigt; nur, er will mit seinen Sünden keinen guten Zweck verbinden, sondern, wenn die Kosten kommen, fühlt er sich angstbeklommen. Wilhelm... mehr

Lebt ein Mensch in unserem Hund?

Tags: , , , | Vom 30. Juni 2010 | Autor: Papa la Papi | Thema: Familie, Medizin

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“Als unser Sohn zwei Jahr alt war, wollte er wissen, ob in unserem Hund Bello ein Mensch lebte. Mir wurde ganz warm ums Herz, und für eine Sekunde konnte ich unseren alten Bello mit den Augen unseres Sohnes sehen und verstehen, warum er so fragte. Bello ist ein echtes Familienmitglied, ein Teil unseres Lebens, und seine Gegenwart trägt zu unserem Wohlbefinden bei. Kurz, er ist eine vollwertige Persönlichkeit wie jeder andere von uns ebenfalls.”

“Und eine Katze? Oder ein Vogel, ein Baum, eine Blume, ein Rhinozeros? Wie der Mensch, so ist jedes für sich ein vollkommenes Wesen – genau so, wie es ist.”
S. 141

Später im Buch, im Kapitel “Ratschläge für den Umgang mit Umweltstress” werden dem Leser schmerzhafte Fragen gestellt:
“Achten Sie darauf, wie Sie fernsehen. Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihr Programm aus? Welche Bedürfnisse befriedigt es? Wie fühlen Sie sich hinterher? Wie oft sehen Sie fern? Warum schalten Sie den Appart überhaupt ein? Was empfinden Sie beim Ausschalten?”

“Welche Wirkungen haben schlechte Nachrichten oder Bilder der Gewalt und des Hasses auf Sie? Auf Ihren Körper? Auf die Psyche? Sind Sie sich der Wirkung bewußt oder nicht? Achten Sie darauf, wie Sie sich angesichts von Umweltstress fühlen, ob hilflos, deprimiert oder trotz allem zuversichtlich?
S. 308

Aus dem Buch Gesund durch Meditation: Das große Buch der Selbstheilung


*Der Name des Hunde “Bello” = im Originaltext “Sage”
Foto: Tudor

Röchelrotz-Viren und Bazillen-Alarm in der Hustbude

Tags: | Vom 21. Dezember 2009 | Autor: Papa la Papi | Thema: Familie

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Husten, Schnupfen, Eiterkeit. Mit einem süßen Baby in der Familie, das ständig abgeknutscht sein will, schiebt man sich die wohlgenährten Bazillen täglich neu zu. Auch die frisch mutierten Viren feiern ausgelassene Orgien in Halsnasenohren.

Die Schweinegrippe scheint ein Ponyhof dagegen. In jedem Fall kann man sich grad nicht impfen lassen, das man eh schwerst angeschlagen ist. Es so eine Herbes-Variantion sein, die dem Baby übel zu schaffen macht(e). Auf solche Infekte setzen sich dann normalerweise harmlose Bakterien und lösen den üblichen Schlamassel aus. Trotzdem wird geknutscht und geknudelt – man braucht das eben, so funktioniert nun einmal Evolution, das Kleine will bekuschelt werden und die Erwachsenen können gar nicht anders.

Also ist ein Röcheln und ein Rotzen in der Hustebude, ein Fest der Infekte, das sich gewaschen hat. Beständige Rotzfäden erklären den Begriff Rotzlöffel von annudazumal. Es gibt noch den Rotzbengel oder die Rotzgöre. Auf jeden Fall ist die Gummel stets verschmiert und glänzt vor Rotz. Kommt der Wattebausch zum Abtupfen gibt es großes Trara, was die Schniefnase erst so richtig anstachelt. Auch trockene Popel haben sich ins Nasenfleisch gegraben und sind nur unter Kriegsgeheul aus dem Babyface zu entfernen.

Hustenanfall. Alle.

Was nun? Die Sprecherzimmer sind voll, die Zeit ist knapp, der Arbeit viel. Homöopathie? Oh, ja, da bekommt man Ratschläge im dicken Dutzend. Immunstimulanzien? Erstmal Antibiotika. Ist der eine jedoch halb genesen, legt die andere erst richtig los. Es wandert im Kreis. Bisher gibt es weder ein Kreismedikament, noch einen Kreisarzt.

Selbst die Sauna, das sagte der letzte Versuch, kann die Sache noch verschlimmern. Also heißt es aushalten, durchhalten, hoffen. Oder was macht ihr? Wadenwickel? Zwiebelbaumel? Jodkissen?

Foto: tiegeltuf

Elfi Babykonzert

Tags: , | Vom 17. Dezember 2009 | Autor: Papa la Papi | Thema: Familie

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Eine wundervolle Einrichtung, die in Köln schon länger erfolgreich läuft, in Hamburg aber dieser Tage Premiere hatte: Die Babykonzerte für Familien mit kleinen Kindern. Das Ensemble Resonanz der Elbphilharmonie (Elfi) hatte für 4 EURO zum Kammermusikkonzert geladen. Die Bude war gerappelt voll.

Das hat schon was: Ein Saal gefüllt mir 100 Babys ihren Müttern, manchem Vater und manchen Großeltern und ein Kammermusik-Orchester, das Mozart geigt. Lediglich die leisen Passagen der Stücke wurde leicht unangenehm, denn es erhob sich manch Geheule und Gezeter. Wie auch dieses exklusive Video zeigt.

Es war ganz fantastisch und ich habe das sehr genossen. Wunderschöne Musik erklingt und ein ganzer Raum voller Leben wuselt unter den Klängen der Geigen im Halbdunkel herum. Großeltern, die dieses Erlebnis mit ihren Enkel genießen, junge Mütter, die bemüht sind ihre wenige Wochen alten Babys zu beruhigen. Auf der Bühne tauchen schon gefähige Babys auf, die sich an den Stühlen der Musikerinnen festhalten. Die Krabbeldecke vor dem Ensemble ist gut bestückt.

Dieses Babykonzert war etwas ganz besonderes und einmaliges. Und ich bin benahe geneigt zusagen: Was kann es schöneres geben, als ein solches Fest des Lebens!

Vielleicht, wenn es im Sommer in einem Park stattfinden würde …

Einen “guten” Vater haben

Tags: , | Vom 13. Dezember 2009 | Autor: Papa la Papi | Thema: Familie, Vaterrolle

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Einen guten Vater zu haben, ist für jeden reine Glücksache. Nicht jede(r) hat ihn und als Tochter oder Sohn kann man nichts dazu tun, ihn zu bekommen. Dann liegt es schon eher in der Verantwortung der Mutter, der Partnerin also. Was aber ist ein “guter” Vater, was zeichnet ihn aus? Gibt es sie heute mehr, als damals? Ein guter Vater, ist ein sorgender Vater, ein fürsorglicher Vater, einer, der sich kümmert, Verantwortung übernimmt und als Mann und Mensch seinen Kindern ein warmherziges, großherziges, humorvolles Vorbild ist. Ist das zu viel verlangt? Zu idealistisch? Oder ist dies heute sogar gang und gäbe, als ganz selbstverständlich?

Glaube ich nicht. Denn was ist schon selbstverständlich?

Immer noch verdienen Männer, also auch Väter, im Durchschnitt besser als Frauen, als die Mütter. Immer noch gehört es für viele Männer zum Selbstverständnis, der Ernährer der Familie zu sein. Was oftmals gleichzusetzen istMit: der meistens “abwesende” Ernährer. Oder der vielgerühmte Wochenendpapi. (Für ihn ist es leicht ein Held für die Kleinen zu sein).

Zeichnet das also einen guten Vater aus, wenn er die Familie ernähren kann?

Heutzutage ist es vielen Familien nicht mehr möglich, von einem Gehalt zu leben. Und so sind sehr oft beide Elternteile berufstätig. Das wirft wiederum neue Fragen auf, die uns hier vom Thema ablenken.

Sicher ist zunächst, dass die Mutter, wenn sie stillt, in den ersten Lebensmonaten beinahe unentbehrlich ist und nicht zuletzt deshalb manchmal das ganze erste Lebensjahr zuhause bleibt. Das dies möglich ist, dass es das Elterngeld gibt, ist fantastische und eine großartige Einrichtung in unserer Gesellschaft.

Eine gute Vaterschaft hängt jedoch nicht am Geld, sie hat im Grunde sehr wenige Bedingungen, ja sie ist an sich bedingungslos. Die einzige wesentliche Bedingung, die mir einfällt, um ein guter Vater zu sein, ist, überhaupt da zu sein, präsent und am Leben. Und nicht etwa im Knast zu sitzen. Was der Kerl dann daraus macht, ist eine andere Geschichte.

Ich kenne meine Geschichte. Und ich habe keinen guten Vater gehabt. Hätte ich einen gehabt, wenn mein Leben ganz anderes verlaufen, es wäre einfacher gewesen, mir wäre vieles erspart geblieben. So viel ist sicher.

Meinen Vater kenne ich nicht, mein Stiefvater ist ein Komplett-Ausfall. (Mehr möchte ich darüber erst einmal nicht preisgeben.)

Ich stamme aus einer Flüchtlingsfamilie mütterlicherseits und von einer Vollwaise väterlichseits ab.
Meine Mutter musste als Kleinkind aus Ostpreußen fliehen. Ihr Vater, mein Großvater, gilt seit Anfang 1945 als vermisst, gefallen. Die Geschichte dieser Flüchtlingsfamilien ist bekannt, ich werde sie an dieser Stelle aber noch ausführlicher behandeln.

Viele Väter sind im 2. Weltkrieg umgekommen, verkrüppelt oder/und seelisch schwer beschädigt worden. Dieser Umstand wirkte sich natürlich auf ihre Familien, ihre Partnerschaften und ihre Kinder aus. Dies Kinder sind (auch) die 68er-Generation. Die Väter dieser Väter aber waren die ersten Opfer der Massenmetzelungen im 1. Weltkrieg. Hier gibt es viele Zusammenhänge, auf die immer wieder hingewiesen werden muss.

Der das Leid, dass damals durch die beiden verheerenden Kriege ausgelöst wurde, setzt sich teilweise bis in die heutigen Generationen fort. Auch das Bild darüber, was ein guter Vater ist.

Darüber können wir reden. Mit unserer Rolle als Partner und Väter können wir uns beschäftigen.
Dieser Beitrag und dieser Väterblog will einen Beitrag zu dieser Auseinandersetzung leisten.

Foto: Henderson Hills @ www.photographybyfranklin.com